Fachanwälte für Medizin- und Arzthaftungsrecht

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Rechtliche Vertretung in der Arzthaftung Durch Ihre Fachanwälte für Medizinrecht

Setzten Sie auf uns als Anwälte für Medizinrecht: Das Medizinrecht und Arzthaftungsrecht ist ein spezielles und sehr anspruchsvolles Rechtsgebiet. Vor diesem Hintergrund wurden bei vielen Landgerichten Kammern und bei den Oberlandesgerichten Senate für Angelegenheiten aus dem Bereich der Arzthaftung eingerichtet. Auch in der Anwaltschaft hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die anwaltliche Tätigkeit auf dem Gebiet des Medizinrechts spezielles Wissen und einschlägige Erfahrung erfordert. Dem wurde mit der Einführung des Titels „Fachanwalt für Medizinrecht“ Rechnung getragen, die von den zuständigen Rechtsanwaltskammern verliehen werden.

Der Titel des Fachanwalt für Medizinrecht wird nur den Rechtsanwälten verliehen, die nachweislich sowohl über besondere theoretische Kenntnisse als auch über besondere praktische Erfahrungen verfügen. Bei Melzer Penteridis Kampe haben Sie Ihren qualifizierten Ansprechpartner gefunden. Unsere spezialisierten Fachanwälten für Medizinrecht und Versicherungsrecht beraten und vertreten Sie dabei ganzheitlich zu Folgen von Behandlungsfehlern (z.B. Krankengeld, Kündigung, Pflege, Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Schwerbehinderung). Sprechen Sie uns an. Wir kümmern uns!

Wir vertreten Sie in den folgenden Schwerpunkten des Medizinrechts:

Begriffe nicht verstanden? Erklärungen zu medizinischen Fachbegriffen finden Sie in unserem umfangreichen Medizin-Lexikon!

Beratung durch unsere Rechtsanwälte für Medizinrecht Kompetent, persönlich, zertifiziert

Profitieren Sie von langjähriger Erfahrung und persönlicher Beratung durch unsere qualifizierten Fachanwälte für Medizinrecht. Sie haben körperliche Beeinträchtigungen in Folge einer ärztlichen Behandlung und vermuten einen groben Behandlungsfehler? Dann sind unsere Anwälte für Medizinrecht Ihr qualifizierter Ansprechpartner. Wir prüfen Ihr Recht auf Schmerzensgeld und vertreten Ihr rechtliches Interesse. Ob im Geburtsschadensrecht, der Chirurgie, Anästhesie, Neurologie oder Radiologie, unsere spezialisierten Rechtsanwälte für Medizinrecht kümmern sich. Vereinbaren Sie schnell und einfach einen Termin zur Erstberatung.

Wir beraten und vertreten Sie auch im Amtshaftungsrecht.

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Geburtsschadensrecht: Vertretung durch Anwälte Medizinrecht Medizinrecht bei Behandlungsfehlern während der Geburt

Als Rechtsanwälte und Fachanwälte für Medizinrecht, Arbeitsrecht, Sozialrecht und Versicherungsrecht nehmen wir die rechtlichen Interessen von Kindern und deren Eltern aus ganz Deutschland wahr, die vor, während oder nach der Geburt geschädigt wurden und mitunter an schwersten Behinderungen leiden (Hirnschäden, Lähmungen, Krampfanfälle) und dauerhaft auf Pflegeleistungen angewiesen sind.

Wie immer im Bereich der Arzthaftung steht der Behandlungsfehler und die ordnungsgemäße Aufklärung im Vordergrund. Hierzu ist es erforderlich, die kompletten Behandlungsunterlagen (Patientendokumentation) sicherzustellen und auszuwerten. Das gilt auch für etwaige Vor- und Nachbehandlungen. Unsere Anwälte für Medizinrecht prüfen zunächst, ob ein vermeidbarer geburtshilflicher Fehler vorliegt. Hierzu steht uns ein Team aus Gynäkologen, Geburtshelfern, Kinderärzten und Neonatologen zur Verfügung, die uns bei Bedarf beratend und forensisch zur Seite stehen. Neonatologen sind vor allem in Kinderkliniken, perinatal Zentren und Geburtskliniken tätig.

Sie sind zuständig für die oft intensivmedizinische Betreuung Neugeborener, beispielsweise wenn Probleme bei der Anpassung an das Leben außerhalb des Mutterleibs auftreten. Zudem behandeln sie Frühgeborene, Kinder aus Risikoschwangerschaften, Neugeborene mit Fehlbildungen oder Kinder, die krank zur Welt kommen bzw. in der Zeit kurz nach der Geburt erkranken. Sie brauchen rechtliche Unterstützung? Wir von Melzer Penteridis Kampe sind Ihr qualifizierter Ansprechpartner für Medizinrecht und Arzthaftungsrecht.

Gynäkologie & Geburtshilfefehler

Zeichnen sich schon während der Schwangerschaft mögliche Risiken ab, so empfiehlt sich die Überweisung in ein perinatales Zentrum, das auf derartige Fälle spezialisiert ist und eine intensive Betreuung von Mutter und Kind gewährleistet. Vermeidbar ist ein Geburtsschaden, wenn auf reaktionspflichtige Befunde nicht oder unzureichend reagiert wurde. „Schadensersatz“ und Schmerzensgeld sind dann davon abhängig, ob der Behandlungsfehler ursächlich für den Gesundheitsschaden ist.

In der anwaltlichen Praxis spielen häufig eine Rolle:

  • Schulterdystokie
  • vaginal-operative Entbindungen (Saugglocke oder Zange)
  • Beckenendlagegeburten (Steißgeburt)
  • Kaiserschnittentbindungen
  • abdominale Schnittentbindung (Notsectio), insbesondere bei Hypoxie (Unterversorgung mit Sauerstoff)

Die sehr seltene aber haftungsträchtigte Schulterdystokie erfordert einen besonders erfahrenen Geburtshelfer. Solange die Schulter nicht frei ist, darf nicht unkontrolliert Druck auf die Bauchdecke ausgeübt werden („kristellern“). Ist der Rumpf schwierig zu entwickeln, ist regelmäßig ein Damm-Schnitt nötig. Insbesondere bei makrosomen Kindern oder bei Schwangerschaftsdiabetes steigt das Risiko einer Schulterdystokie an. Ein übergroßes Kind an sich stellt jedoch noch keine absolute Indikation für einen Kaiserschnitt dar. Zeichnet sich ein Geburtsgewicht von mehr als 4.500 Gramm ab, ist stets über die Section aufzuklären.

Eine Sauerstoffunterversorgung ist schnellstmöglich zu bekämpfen, um Hirnschädigungen zu vermeiden. Eine Verzögerung der Schnittentbindung stellt regelmäßig einen groben Behandlungsfehler dar. Dasselbe gilt, wenn auf ein zunehmend pathologisches CTG nicht angemessen reagiert wird.

Die Aufklärung über echte alternative Behandlungsmethoden ist in der Geburtshilfe von besonderer Bedeutung. Ist zum Beispiel eine Schnittentbindung eine medizinisch vertretbare, ernsthafte Behandlungsalternative zur Spontangeburt (u.a. bei Beckenendlage, Missverhältnis zwischen Kopfumfang um Becken oder Mehrlingsgeburten), dann ist die Schwangere (Gravida) darüber aufzuklären. Denn die Mutter hat darüber zu entscheiden, in welche Behandlung sie einwilligen möchte. Das kann sie aber nur, wenn sie im Großen und Ganzen Kenntnis hat und das einzugehende Risiko abwägen kann. So hat der für das Arzthaftungsrecht zuständige 6. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 16.02.1993, VI ZR 300/91) entschieden:

„Bestehen deutliche Anzeichen dafür, dass im weiteren Verlauf eines Entbindungsvorgangs eine Situation eintreten kann, in der eine normale vaginale Entbindung kaum noch in Betracht kommt, sondern eine Schnittentbindung notwendig oder zumindest zu einer echten Alternative zu einer vaginalen Entbindung wird, dann muss der geburtsleitende Arzt die Mutter bereits zu einem Zeitpunkt über die unterschiedlichen Risiken der Entbindungsmethoden aufklären und ihre Entscheidung einholen, zu dem sie sich noch in einem Zustand befindet, in dem diese Problematik mit ihr besprochen werden kann.“

Weiterführende Informationen zum Geburtsschadenrecht


Welche Schwangerschaftswoche entspricht welchem Schwangerschaftsmonat

Der Schwangerschaftmonat (SSM) ist neben der Schwangerschaftswoche (SSW) eine Zeitangabe zur Einordnung der Dauer einer Schwangerschaft:

  1. Schwangerschaftsmonat 1.-4. SSW
  2. Schwangerschaftsmonat 5.-8. SSW
  3. Schwangerschaftsmonat 9.-12. SSW
  4. Schwangerschaftsmonat 13.-16. SSW
  5. Schwangerschaftsmonat 17.-20. SSW
  6. Schwangerschaftsmonat 21.-24. SSW
  7. Schwangerschaftsmonat 25.-28. SSW
  8. Schwangerschaftsmonat 29.-32. SSW
  9. Schwangerschaftsmonat 33.-36. SSW
  10. Schwangerschaftsmonat 37.-40. SSW

Wie kann man ein Schwangerschaftsrisiko diagnostizieren und minimieren

Mit Hilfe der Pränataldiagnostik kann ein potentielles Risiko während einer Schwangerschaft erkannt und im weiteren Verlauf minimiert werden, z.B durch

  • Ultraschall
  • Organscreening
  • Chorionzottenbiopsie
  • Amniozentese
  • Quadrupeltest
  • Kardiotokographie (CTG)
  • Esttrimesterscreening
  • Nabelschnurpunktion

Betreuung der Mutter und mögliche Entbindungskomplikationen

  • Mehrlinge
  • Geburtsgewicht
  • Lage- und Einstellungsanomalie des Feten:
  • Scheitelbeineinstellung,
  • Hoher Geradstand,
  • Hintere Hinterhauptslage,
  • Schulterdystokie,
  • Beckenendlage (BEL),
  • Querlage
  • Betreuung der Mutter bei festgestellter oder vermuteter Anomalie der Beckenorgane:
  • Uterus unicornis,
  • Uterus myomatosus,
  • Zervixinsuffizienz
  • Betreuung der Mutter bei festgestellter oder vermuteter Anomalie oder Schädigung des Feten:
  • Intrauterine Wachstumsretardierung,
  • Hydrops fetalis,
  • Anenzephalie,
  • Spina bifida,
  • Rötelnembryofetopathie,
  • Zytomegalie
  • Betreuung der Mutter wegen sonstiger festgestellter oder vermuteter Komplikationen beim Feten:
  • Toxoplasmose,
  • Listeriose
  • Polyhydramnion
  • Veränderungen des Fruchtwassers und der Eihäute:
  • Oligohydramnion,
  • Plazentitis
  • Vorzeitiger Blasensprung
  • Pathologische Zustände der Plazenta:
  • Fetofetales Transfusionssyndrom,
  • Placenta accreta,
  • Placenta praevia,
  • vorzeitige Plazentalösung (Abruptio placentae)

Wann liegt eine Risikoschwangerschaft vor und welche Risikofaktoren gibt es

Eine Risikoschwangerschaft liegt vor, wenn es anamnestische oder diagnostische Hinweise auf mögliche Komplikationen gibt, die während der Schwangerschaft bei Mutter oder Kind auftreten können.

Als Risikofaktoren gelten zum Beispiel:

  • Fortgeschrittenes Alter der Mutter
  • Frühere Aborte (Fehlgeburten) oder Frühgeburten
  • Früherer Kaiserschnitt (sectio caesarea)
  • Chronische Erkrankungen der Mutter
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Hypertonie)
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Epilepsie)
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Drohende Frühgeburt
  • Bestehende Rhesusunverträglichkeit
  • Bekannte genetische Erkrankungen in der Familie
  • Drogenabhängigkeit der Mutter
  • Mangelerscheinungen des Neugeborenen
  • Fehlbildungen
  • Ductus arteriosus Botalli apertus
  • Offenes Foramen ovale
  • Infektionen des Neugeborenen
  • Genetische Erkrankungen

Krankheiten der Mutter die überwiegend mit der Schwangerschaft in Beziehung stehen

  • Blutung in der Frühschwangerschaft
  • Übermäßiges Erbrechen während der Schwangerschaft: Hyperemesis gravidarum (Schwangerschaftserbrechen)
  • Venenkrankheiten als Komplikation in der Schwangerschaft: Krampfadern
  • Infektionen des Urogenitaltraktes in der Schwangerschaft: Harnwegsinfekt, Kolpitis
  • Diabetes mellitus in der Schwangerschaft (Schwangerschaftsdiabetes)
  • Fehl- und Mangelernährung in der Schwangerschaft
  • Abnorme Befunde bei der Screeninguntersuchung der Mutter zur pränatalen Diagnostik (Pränataldiagnostik)
  • Komplikationen bei Anästhesie in der Schwangerschaft: Narkoserisiko, Narkosekomplikationen

Bei Fehlgeburt Verlust der Leibesfrucht (Abort)

  • Extrauteringravidität
  • Bauchhöhlenschwangerschaft
  • Eileiterschwangerschaft
  • Zervixschwangerschaft
  • Ovarschwangerschaft
  • Blasenmole

Mögliche Komplikationen nach Abort, Extrauteringravidität und Molenschwangerschaft:

  • Endometritis
  • Adnexitis
  • Sepsis
  • Embolie
  • Akutes Nierenversagen
  • Läsion

Komplikationen bei Wehentätigkeit und Entbindung

  • Vorzeitige Wehen,
  • Misslungene Geburtseinleitung,
  • abnorme Wehentätigkeit,
  • Protrahierte Geburt
  • Geburtshindernis durch Lage-, Haltungs- und Einstellungsanomalien des Feten:
  • Scheitelbeineinstellung,
  • Hoher Geradstand,
  • Hintere Hinterhauptslage,
  • Schulterdystokie,
  • Beckenendlage (BEL),
  • Querlage,
  • Stirnlage,
  • Roederer-Kopfhaltung
  • Zangen- oder Vakuumextraktion:
  • Geburtszange,
  • Vakuumextraktion,
  • Kristeller-Handgriff
  • Äußere Wendung
  • Geburt eines Einlings durch Schnittentbindung (Sectio caesarea):
  • Misgav-Ladach-Methode („Reißen statt Schneiden“)
  • Komplikationen bei Wehen und Entbindung durch fetalen Distress (fetaler Gefahrenzustand):Mekoniumaspiration
  • Komplikationen bei Wehen und Entbindung durch Nabelschnurkomplikationen: Nabelschnurknoten
  • Postpartale Blutung: Atonische Nachblutung

Ödeme, Proteinurie und Bluthochdruck-Hypertonie

  • Arterielle Hypertonie, Proteinurie
  • Gestationsödeme und Gestationsproteinurie: Präeklampsie, Gestose
  • Gestationshypertonie ohne bedeutsame Proteinurie: Gestationshypertonie
  • Gestationshypertonie mit bedeutsamer Proteinurie Gestationshypertonie: Proteinurie, HELLP-Syndrom
  • Eklampsie

Komplikationen im Wochenbett

  • Kindbettfieber
  • Harnwegsinfekt, Kolpitis
  • Krampfadern
  • Embolie während der Gestationsperiode, Fruchtwasserembolie
  • Wochenflussstau, Hämatom
  • Infektionen der Mamma im Zusammenhang mit der Gestation, Mastitis
  • Sonstige Krankheiten der Mamma im Zusammenhang mit der Gestation und Laktationsstörungen, Galactorrhoe, Hypogalaktie

Chirurgie: Allgemeine und spezielle Chirurgie als Fachgebiet des Medizinrechts

Ärzte schauen ein Röntgenbild an

Die Chirurgie ist eine „schneidende Disziplin“ und befasst sich als medizinisches Fachgebiet mit der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch Einwirkungen auf den Körper des Patienten, indem vereinfacht ausgedrückt verletzte Körperteile wieder zusammengefügt oder genäht, kranke Organe vollständig (Ektomie) oder teilweise (Resektion) entfernt, verstopfte Organsysteme wieder „durchgängig gemacht“ oder neue Organe oder Prothesen implantiert werden. Weitere „operative Fächer“ sind die Frauenheilkunde, Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dermatologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie und Urologie.

Mehr zum Thema Allgemeine und spezielle Chirurgie im Medizinrecht

Visceralchirurgie

Die auch Abdominalchirurgie genannte Viszeralchirurgie umfasst die operative Behandlung der Bauchorgane („Bauchchirurgie“), d.h. des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Milz.

Weiterhin zählt die operative Behandlung der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sowie die Behandlung von Brüchen und die Transplantation von Bauchhöhlenorganen wie Leber, Niere, Pankreas und Dünndarm zur Viszeralchirurgie. Viszeralchirurgische Erkrankungen sind unter anderem akute Verletzungen, Tumore, Entzündungen und Fehlbildungen der genannten Organe.

Herz- & Gefäßchirurgie

Seit 1993 bildet die Herzchirurgie ein eigeneständiges Fachgebiet, das sich aus der allgemeinen Chirurgie mit dem Spezialgebiet Thorax- und Kardiovaskularchirurgie entwickelt hat. Die Herzchirurgie befasst sich mit der chirurgischen Behandlung von angeborenen und erworbenen Krankheiten und Verletzungen des Herzens und der herznahen Gefäße, so dass eine enge Verbindung zur Kardiologie und zur Gefäßchirurgie besteht.

Die Gefäßchirurgie umfasst die konservative, endovaskuläre oder operative Behandlung der Blutgefäße, häufig durch Anlegen von Gefäßbypässen bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Protheseneinlage bei Aneurysmen. Zur Gefäßchirurgie gehört auch die operative Behandlung der das Gehirn versorgenden Gefäße bei Arteriosklerose zur Schlaganfallprophylaxe.

Daneben werden in der Gefäßchirurgie Shunts angelegt. Diese bezeichnen eine Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene, über die dann eine Dialyse durchgeführt wird. Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer müssen die Fachärzte für Gefäßchirurgie auch „Operationen am Venensystem“ beherrschen. Die Phlebologie befasst sich als Zusatz-Weiterbildung mit den Beinvenen.

Thoraxchirurgie

Die Thoraxchirurgie umfasst die Prävention und Diagnostik einschließlich der instrumentellen Untersuchungsverfahren sowie postoperative Behandlung chirurgischer Erkrankungen und Fehlbildungen der Lunge, der Pleura, des Bronchialsystems, des Mediastinums und der Thoraxwand, insbesondere im Rahmen der Tumorbehandlung. Sie erfolgt zumeist als Thorakotomie, also mit Eröffnung des Thorax. Immer mehr an Bedeutung gewinnen videoassistierte minimalinvasive Operationstechniken wie die Thorakoskopie: Sie ermöglichen minimale Hautschnitte, die ein deutlich reduziertes operatives Trauma im Vergleich zu offenen Operationen hervorrufen.

Kinderchirurgie

Die Kinderchirurgie steht der Kinderheilkunde (Pädiatrie) sehr nah. Gleichwohl handelt es sich um ein eigenständiges Fach im Gebiet der Chirurgie, das die Diagnostik, operative und konservative Therapie wie Nachsorge von chirurgischen und urologischen Erkrankungen, Fehlbildungen, Organtumoren, Verletzungen und Unfallfolgen von Kindern umfasst.

Plastische, Ästhetische & Rekonstruktive Chirurgie

Die plastische Chirurgie zielt darauf ab, die Körperform und sichtbar gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen oder zu verbessern, sei es aus funktionalen oder ästethischen bzw. kosmetischen Gründen, z.B. Brustvergrößerung.

Verlorengegangene Funktionen des Körpers oder Fehlbildungen werden „rekonstruiert“, also nach Möglichkeit wiederhergestellt. Typische Operationen sind Defektdeckungen durch Gewebeverschiebungen oder -verpflanzungen, Nervenverpflanzungen oder Sehnenumlagerungen. Wesentliche Grundlage für diese Maßnahmen ist heutzutage die Mikrochirurgie; rekonstruktive Maßnahmen in der plastischen Chirurgie sind seit über 1500 Jahren bekannt.

Minimal-Invasive Chirurgie

Endoskopische Eingriffe fanden in den 60-er Jahren Einzug in die Gynäkologie. In den 90-er Jahren entwickelte sich daraus die minimal-invasive Chirurgie. Dabei werden die Patienten mit Endoskopen operiert, die über Stichinzisionen eingeführt werden. Der Chirurg stellt das eigentliche Arbeitsfeld auf einem Bildschirm dar.

Es wird also nur ein vergleichsweise kleiner Hautschnitt (Schlüsselloch) benötigt. Bei der Durchführung wird heute auf Video- oder Röntgentechnik zurückgegriffen. Wird mit stark vergrößernden Sehhilfen (Operationsmikroskop) gearbeitet, spricht man von Mikrochirurgie.

Diese ermöglicht Schnitte und Nähte in sehr schwer zugänglichen Bereichen mit geringsten Abmessungen. Zum Einsatz kommt die Mikrochirurgie vor allem bei Eingriffen an kleinen Blutgefäßen, am Zentralnervensystem und bei peripheren Nerven, aber auch und vor allem in der Hals-Nasen-Ohren- und Augenchirurgie sowie in der Gynäkologie (z.B. bei Operationen an den Eileitern und den Eierstöcken).

Verbrennungschirurgie & Unfallchirurgie

Die Akut- und Intensivbehandlung von Verbrennungen werden in spezialisierten Verbrennungszentren durchgeführt. Dabei kommen vor allem Methoden der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz.

Die Unfallchirurgie befasst sich mit den operativen und konservativen Verfahren zur Wiederherstellung und Erhaltung der durch Unfälle beschädigten Strukturen (Organsystem und Bewegungsapparat) des Menschen. Verletzungen betreffen in erster Linie den Bewegungsapparat (das Skelett, die Muskeln, Bänder und Sehnen), aber auch Bauch- und Brustorgane, sowie das Gehirn und das Rückenmark.

Häufig geht es hier um Frakturen wie distale Radiusfraktur, Oberarmschaftfraktur, Oberschenkelhalsfraktur, pertrochantäre Femurfraktur und Sprunggelenkfrakturen. Bei den Bandverletzungen stechen die Außenbandruptur des oberen Sprunggelenkes, die Kreuzbandruptur, die Seitenbandruptur des Daumens und Schultereckgelenksverletzungen (Rotatorenmanschette, lange Bizepssehne, Sprengung nach Tossy und Bändersprengungen) hervor.

Orthopädie & Handchirurgie

Die Orthopädie befasst sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Form- oder Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates (der Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen) sowie mit der Rehabilitation. Die operative Orthopädie deckt sich zum Teil mit der Unfallchirurgie. Mittlerweile gibt es einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Die Handchirurgie stellt ein fächerübergreifendes Spezialgebiet der plastischen Chirurgie, der Unfallchirurgie und Othopädie dar. Hier geht es vor allem um die Behandlung von Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen der Hand und des Unterarms.

Neurochirurgie

Die Neurochirurgie wird strenggenommen weder der Chirurgie noch der Neurologie zugerechnet. Bei der eigenständigen Neurochirurgie geht es um die Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und (Folgen von) Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems, einschließlich der entsprechenden Voruntersuchungen, konservativen Behandlungsverfahren und Rehabilitation.

Weiterführende Informationen


Anästhesie-, Intensiv-, Notfall-, Palliativmedizin und Schmerztherapie

Die Anästhesie ist ein Teilgebiet der Anästhesiologie, wozu auch die Gebiete Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie teilweise die Notfallmedizin und Palliativmedizin gerechnet werden.
Die Formen der Anästhesie werden nach Wirkort und der Applikationsformen (inhalativ, intrabenös, infiltrativ etc.) unterschieden.
Als Lokal- und Regionalanästhesie („örtliche Betäubung“) bezeichnet man die örtliche Schmerzausschaltung im Bereich der Nervenbahnen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Dies erfolgt entweder durch Medikamente (Lokalanästhetika), die direkt an den jeweiligen Wirkort injiziert werden, um Leitfähigkeit der Nerven für Nervenimpulse reversibel unterdrücken, damit der Patient bei dem folgenden Eingriff keine Schmerzen verspürt. Unterschieden wird zwischen der Oberflächenanästhesie und der Infiltrationsanästhesie. Bei den Regionalanästhesieverfahren bzw. Leitungsanästhesien wird ein reversibler „Leitungsblock“ durch die Unterbrechung der aus dem operativen Zielgebiet fortgeleiteten Schmerzreize, die das Gehirn nicht mehr erreichen, vorgenommen. Dies wird in rückenmarksnähe oder neuroaxial mit der Spinalanästhesie bzw. der Epiduralanästhesie erreicht. Möglich sind jedoch auch eine Vielzahl an peripheren Verfahren. Die intravenöse Regionalanästhesie, bei der Lokalanästhetikum in die venöse Blutbahn einer abgebundenen Extremität injiziert wird, ist eine Sonderform.
Die als „Vollnarkose“ bekannte Allgemeinanästhesie ermöglicht durch einen Angriff am Zentralen Nervensystem diagnostische und operative Eingriffe am Körper bei vollständiger Aufhebung des Bewsstseins und des Schmnerzerzempfindens.

Aufklärung welche Fragen sollten vor einer Operation geklärt werden

  • Ist eine Operation die einzige Möglichkeit zur Behandlung meiner Erkrankung?
  • Welche Risiken gibt es?
  • Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten, die keine Operation beinhalten, also schonender sind?
  • Was sind die Vorteile und was sind die Nachteile der Operation im Vergleich zu einer alternativen Behandlungsmethode ohne Operation?
  • Stellt die Operation nur einen Teil eines umfassenderen Therapiekonzeptes dar oder ist die Behandlung mit dem Eingriff beendet?
  • Welche Nachteile habe ich, wenn ich mich gegen die Operation entscheide?
  • Wie lange dauert der Eingriff etwa?
  • Was wird im Großen und Ganzen eigentlich gemacht?
  • Was ist, wenn der Eingriff erweitert werden muss?
  • Werde ich danach auf einer Intensivstation nachbehandelt werden oder komme ich zurück auf die Normalstation?
  • Ist bei der Operation mit einem erhöhten Blutverlust zu rechnen?
  • Ist mit der Übertragung von Blutprodukten zu rechnen und kann ich für die Operation mein eigenes Blut spenden?
  • Wie lange wird der Krankenhausaufenthalt nach der Operation in etwa dauern?
  • Gibt es nach der Operation bestimmte Verhaltensregeln, an die ich mich halten muss (z.B. Ernährung, Aufstehen etc.)?

Hinweis: Die – mündliche – Aufklärung über das Risiko, den Eingriff im Großen und Ganzen, über Behandlungsalternativen und das Verhalten nach dem Eingriff hat sich an der konkreten Behandlung des Patienten auszurichten, kann nicht verallgemeinert werden und kann auch nicht durch Forumulare oder Aufklärungsbögen ersetzt werden.

Wie verheilen Operationsnarben und welche Pflege sollte erfolgen


Ein wichtiges Ziel jeder Operation ist die folgenlose Ausheilung der entstandenen Wunde mit einer möglichst schmalen und wenig sichtbaren Narbe. Das möglichst günstige kosmetische Ergebnis der Narbenbildung bestimmt die Lage, Richtung und Länge des Hautschnittes. Darüber hinaus wird die Heilung der Wunde und das Entstehen einer möglichst „schönen“ Narbe vor allem durch die Vermeidung einer Wundinfektion und die Veranlagung des Patienten beeinflusst.
In den ersten Tagen nach der Operation werden die Wunden zum Schutz und zur Aufnahme von Wundsekret mit einem Verband abgedeckt. Allerdings kann es schon nach wenigen Tagen günstiger sein die Wunde nicht mehr abzudecken. Bevor Sie als Patient mit einer Operationswunde duschen oder baden gehen, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt auf der Station um Erlaubnis fragen. Die Anwendung spezieller Salben zur Verbesserung der Wundheilung und zur Ausbildung einer kosmetisch ansprechenderen Narbe hat sich nicht bewährt.
Einfache aber wirkungsvolle Maßnahmen zur Förderung der guten Narbenheilung sind:

  • in den ersten Wochen nach der Operation duschen, keine langen Vollbäder
  • die Narbe etwa 6 bis 9 Monate keiner langanhaltenden intensiven Sonneneinstrahlung aussetzen
  • die Narbe nach Abschluss der Wundheilung und Entfernung der Hautnähte täglich einmal mit einer leicht nachfettenden Hautcreme eincremen.

Welche allgemeinen Risiken und Komplikationen haben Operationen

Jeder operative Eingriff geht mit einem Risiko einher. Einen vollkommen risikofreien Eingriff gibt es leider nicht, da jede Operation mit einer Störung der normalen Körperfunktionen verbunden ist, und sei es „nur“ durch die Narkose („Anästhesierisiko“).

Generell ist das Risiko bei jungen, gesunden Patienten und kleinen oberflächlichen Operationen (z.B. Entfernung einer Fettgewebsgeschwulst unmittelbar unter der Bauchhaut) am geringsten. Mit zunehmendem Alter, einer größeren Anzahl von Begleiterkrankungen (z.B. Herzmuskeldurchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit, Leberschaden o.ä.) nimmt das Risiko der Operation zu. Schließlich gehen größere Operationen, wie zum Beispiel die Entfernung der Speiseröhre oder der Bauchspeicheldrüse bei Krebserkrankungen, mit einer höheren Komplikationshäufigkeit einher. Einzelne Operationen haben eigene spezielle Risiken oder Komplikationsmöglichkeiten, die in den jeweiligen Organkapiteln besprochen werden. Darüber hinaus gibt es aber Risiken und Komplikationsmöglichkeiten, die bei jeder Operation eintreten können. Zu diesen generellen Risiken gehören unter anderen: die Blutung, die Wundinfektion, die Herz-Kreislaufstörungen, die Thrombose und Lungenembolie, die Lungenentzündung, die Blasenentzündung und die Schädigung von Nerven.

Blutung

Bei jeder Operation werden Blutgefäße eröffnet und vom Operateur mit elektrischem Strom, Ultraschall oder Laser verschweißt oder durch Gefäßnähte verschlossen. Diese Blutstillung wird mit größter Sorgfalt durchgeführt. Dennoch kann es bei jedem Eingriff nach Ende der Operation zu einer Nachblutung kommen. Die Nachblutung kann sofort nach der Operation auftreten, manchmal öffnen sich zunächst verschlossene Blutgefäße aber auch erst nach mehreren Tagen. Diese Nachblutung kann unbemerkt verlaufen, sie kann zu sichtbaren Blutergüssen führen oder bei größeren Blutverlusten eine Störung der Herz- und Kreislauffunktion verursachen. In seltenen Fällen ist daher die Gabe von Blutprodukten oder auch die erneute Eröffnung der Operationswunde und die erneute Blutstillung in einer zweiten Operation erforderlich. Das Risiko einer Blutung steigt mit zunehmender Ausdehnung der Operation, es kann aber auch durch Begleiterkrankungen wie Leberschäden oder Gerinnungsstörungen steigen.

Wundinfektion

Trotz aller Sorgfalt bei der Operation, strengster Hygienevorschriften im Operationssaal und der vorbeugenden Anwendung von Antibiotika können bei jeder Operation unbemerkt Bakterien in die Wunde oder eine eröffnete Körperhöhle gelangen und dort eine Infektion hervorrufen. Diese Infektion führt typischerweise zu Schmerzen, Rötung und Schwellung im Bereich der Wunde. Die Zeichen der Entzündung können oft auch im Blut festgestellt werden. Allerdings kann eine Infektion zunächst aber auch unbemerkt verlaufen, und erst durch den Austritt von Eiter aus der Wunde bemerkt werden. Die meisten Wundinfektionen sind Gott sei Dank nicht gefährlich, sie bedeuten aber für den Patienten eine erhebliche Belästigung und führen zu einer Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes. Wenn unter einer Wunde eine Entzündung mit einer Eiteransammlung vermutet wird, muss dieser Eiter abgelassen werden. Dies kann unter Umständen eine erneute Operation erfordern. Danach werden spezielle Verbände oder regelmäßige Wundspülungen und Verbände zur Behandlung eingesetzt.

Herz-Kreislaufstörungen

Jeder operative Eingriff stellt eine Belastung für die Herz- und Kreislauffunktion dar. Diese Belastung setzt sich aus der meist geringen Belastung durch die Narkose und die Belastung durch den operativen Eingriff zusammen. Bei einer kleinen Operation, wie der Versorgung eines Leistenbruchs in lokaler Betäubung, ist das Risiko einer Herz-Kreislaufstörung zum Beispiel sehr gering. Dagegen gehen größere Eingriffe, wie zum Beispiel der Ersatz der Bauchschlagader mit einer Unterbrechung des Blutstroms in die untere Körperhälfte mit einer wesentlich höheren Herz-Kreislaufbelastung einher. Auch wenn der Patient den unmittelbaren Eingriff zunächst gut überstanden hat, können die Belastungen der postoperativen Phase oder andere Komplikationen (z.B. größere Nachblutungen) zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Herz-Kreislauffunktion führen. Gefährdet sind erneut besonders ältere Patienten mit Vorerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck o.ä.. Zur Vermeidung, frühzeitigen Erkennung und effektiven Behandlung einer Herz-Kreislaufstörung werden Patienten mit schweren Eingriffen oder mit wichtigen Begleiterkrankungen nach der Operation auf einer speziellen chirurgischen Intensivstation beobachtet und behandelt.

Lungenentzündung

Lungenentzündungen treten insbesondere nach Operationen in der Bauch- oder Brusthöhle auf. Sie werden aber auch bei älteren Patienten mit Knochenbrüchen (z.B. Oberschenkelhalsbruch) beobachtet. Ursache der Lungenentzündungen ist die flache Atmung und die fehlende Bewegung der Patienten nach größeren Operationen. Postoperative Schmerzen können die Atembewegungen des Brustkorbs stören und so die Entstehung von Lungenentzündungen fördern. Zur Vermeidung von Lungenentzündungen werden die Patienten nach einer Operation so rasch wie möglich aus dem Bett mobilisiert. Zudem werden vor und nach der Operation spezielle Atemübungen durchgeführt, mit denen die Entstehung von Lungenentzündungen vermieden werden können. Eine aufgetretene Lungenentzündung wird durch Mobilisation, Atemübungen, Inhalation und Antibiotika behandelt.

Blasenentzündung

Nach operativen Eingriffen im Unterbauch oder im Becken kann die Blasenfunktion gestört sein. Eine gestörte Blasenfunktion kann aber auch nach anderen Operationen auftreten. Gefährdet sind dabei vor allem Frauen und ältere Männer mit vorbestehenden Harnentleerungsstörungen. Zeichen der Blasenentzündung sind häufiges Lassen kleiner Urinmengen mit gleichzeitigem Brennen beim Wasserlassen. Behandelt werden Blasenentzündungen durch eine Steigerung der Flüssigkeitsaufname und Antibiotika.

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Anästhesiologie im Medizinrecht Behandlungsfehlern in der Anästhesie

Fehler in der Anästhesiologie - Medizinrecht

Als Lokal- und Regionalanästhesie („örtliche Betäubung“) bezeichnet man die örtliche Schmerzausschaltung im Bereich der Nervenbahnen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. Dies erfolgt entweder durch Medikamente (Lokalanästhetika), die direkt an den jeweiligen Wirkort injiziert werden, um Leitfähigkeit der Nerven für Nervenimpulse reversibel unterdrücken, damit der Patient bei dem folgenden Eingriff keine Schmerzen verspürt. Unterschieden wird zwischen der Oberflächenanästhesie und der Infiltrationsanästhesie.

Bei den Regionalanästhesieverfahren bzw. Leitungsanästhesien wird ein reversibler „Leitungsblock“ durch die Unterbrechung der aus dem operativen Zielgebiet fortgeleiteten Schmerzreize, die das Gehirn nicht mehr erreichen, vorgenommen. Dies wird in rückenmarksnähe oder neuroaxial mit der Spinalanästhesie bzw. der Epiduralanästhesie erreicht. Möglich ist jedoch auch eine Vielzahl an peripheren Verfahren. Die intravenöse Regionalanästhesie, bei der Lokalanästhetikum in die venöse Blutbahn einer abgebundenen Extremität injiziert wird, ist eine Sonderform.

Fehler in der Anästhesiologie - Medizinrecht

Die als „Vollnarkose“ bekannte Allgemeinanästhesie ermöglicht durch einen Angriff am zentralen Nervensystem diagnostische und operative Eingriffe am Körper bei vollständiger Aufhebung des Bewusstseins und des Schmerzempfindens. Kommt es aufgrund einer fehlerhaften Medikation des Patienten zu Behandlungsfehlern, sind unsere Fachanwälte für Medizinrecht Ihr kompetenter Ansprechpartner. Unsere Rechtsanwälte mit Spezialisierung auf Arzthaftungsrecht beraten Sie individuell zu Ihrem Anliegen. Sprechen Sie uns an, wir kümmern uns um Ihren Behandlungsfehler!

HNO Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde als Teilgebiet des Medizinrechts

Die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (kurz HNO-Heilkunde) ist ein Fachgebiet des Medizins, das sich mit Erkrankungen, Verletzungen, Verletzungsfolgen, Fehlbildungen und Funktionsstörungen der Ohren, der oberen Luftwege, der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der unteren Luftwege und der Speiseröhre befasst.

Im operativen Bereich treten mikrochirurgische Operationsverfahren immer mehr in den Vordergrund, insbesondere im Bereich der Mittel- und Innenohrchirurgie, der Nasen- und Nasennebenhöhlenchirurgie mittels Endoskopie und der Kehlkopfchirurgie. Auch werden zum Teil Schilddrüsenoperationen vorgenommen. Diese Operationen werden nicht nur im Sinne der anatomischen Wiederherstellung, sondern auch im Sinne der Funktionserhaltung, Funktionsverbesserung und der posttraumatischen Funktionswiederherstellung durchgeführt.

Sollte es in Folge Ihrer Operation zu Komplikationen kommen, helfen wir von Melzer Penteridis Kamper Ihnen bei der Klärung Ihrer rechtlichen Ansprüche. Unsere kompetenten und zertifizierten Fachanwälte für Medizinrecht beraten Sie dabei ausführlich und persönlich über Möglichkeiten und Vorgehen. Profitieren Sie von fachlicher Spezialisierung, umfassender Beratung und einem starken, persönlichen Ansprechpartner durch unserer Fachanwälte für Medizinrecht.

Unsere Fachanwälte für Medizinrecht stehen Ihnen für jegliche Fragen gerne zur Verfügung.

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Neurologie & Psychiatrie Die Lehre von den „Erkrankungen der Nerven“

Die Neurologie (die Lehre von den „Erkrankungen der Nerven“) befasst sich mit dem zentralen Nervensystem (ZNS), dem Gehirn und Rückenmark, den Umgebungsstrukturen, den blutversorgenden Gefäßen sowie mit dem peripheren Nervensystem, einschließlich der Verbindungen mit den Muskeln und der Muskulatur. Von besonderer Bedeutung in der Neurologie & Psychiatrie ist die genaue Befragung des Patienten. Mit gezielten Fragen und Tests kann der Neurologe erkennen, wo die Ursache sein könnte – und dies mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik abklären. Behandlungsfehler und Aufklärungsfehler in der Psychiatrie spielen in der anwaltlichen Praxis jedoch nur eine marginale Rolle. Psychische Störungen („F-Diagnosen“) und deren gutachterliche Bewertung sind hingegen in der Krankenversicherung und vor allem im Bereich Rente und Berufsunfähigkeit von großer Bedeutung für die Arbeits-, Erwerbs- bzw. Berufsfähigkeit der Versicherten.

Der Neurologe befasst sich vor allem mit

  • Anfallsleiden (epileptische und nichtepileptische)
  • Bandscheibenerkrankungen (ohne dingende OP-Indikation), vor allem Vorwölbungen, Einengung des Spinalkanals und Nervenwurzelreizungen
  • Demenz
  • entzündliche Erkrankungen des Zentralnervensystems, Infektionen von Hirn- und Rückenmarksgewebe und -häuten durch Bakterien oder Viren, vor allem Meningitis
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems, vor allem Polyneuropathien
  • Gefäßerkrankungen (vaskuläre Erkrankungen), Hirninfarkt, Hirnstamminfarkt, Hirnblutung
  • Gehirntumor, Rückenmark und peripheren Nerven
  • Kleinhirnerkrankungen
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen, vor allem Migräne
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Muskelerkrankungen (Muskelatrophie) und Störungen der neuromuskulären Übertragung, vor allem Myasthenie
  • Nervenverletzungen
  • Verschlusskrankheiten (dysraphische Störungen) und Fehlbildungskrankheiten (Phakomatosen)
  • Die Übergänge von der „Lehre der Erkrankung der Nerven“ hin zur Lehre der „Erkrankungen der Seele“, also zur Psychiatrie, sind teilweise fließend.

Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin Anwalt Medizinrecht bei fehlerhafter Diagnose

Arzt mit Klemmbrett

Um pathologische Veränderungen im menschlichen Körper zu diagnostizieren, gibt es unterschiedliche Verfahren wie die digitale Röntgendiagnostik, die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT), die Mammographie und die Nuklearmedizin. Die Radiologie, befasst sich mit der Anwendung elektromagnetischer Strahlen und mechanischer Wellen zu diagnostischen, therapeutischen und wissenschaftlichen Zwecken. Wohingegen es sich bei der nuklearmedizinische Untersuchungsmethode um eine Anreicherung bestimmter Organe mit Kontrastmitteln handelt, die eine verbesserte Sichtbarkeit des Körpergewebes ermöglicht.

Nach Angaben der Gutachterkommission der Bundesärztekammer kommt es in dem medizinischen Fachgebiet der Radiologie vor allem auf die Interpretation (Diagnose) der Magnetresonanztherapie (MRT) oder Computertomographie (CT) an. Kommt es in der Diagnose aufgrund von unzureichenden Untersuchungen zu einer Fehldiagnose, so liegt ein grober Beurteilungsfehler vor. Ein grober Beurteilungsfehler, unter Beachtung des dem Arzt bei der Diagnose zustehenden Beurteilungsspielraums, liegt somit vor, wenn der Arzt (nur) nach einer Computertomographie (CT) das Ergebnis falsch auswertet und ein Karzinom (in dem Fall ein Bronchialkarzinom) faktisch ausschließt.

Sie möchten Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld aufgrund von Diagnosefehlern, Befunderhebungsfehlern oder Behandlungsfehlern geltend machen? Dann sind unsere Fachanwälte für Medizinrecht Ihr starker Ansprechpartner. Unsere Spezialisten für Arzthaftungsrecht beraten Sie bundesweit, kompetent und persönlich zu Ihrem rechtlichen Anliegen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf und profitieren Sie von fachlicher, lebensnaher und unabhängiger Beratung und Vertretung Ihrer rechtlichen Interessen durch unserer Fachanwälte für Medizinrecht.

Arzt mit Klemmbrett

Aktuelles

24. Mai 2019 in Medizinrecht, Sozialrecht, Vorträge & Medienpräsenz

Rechtsanwalt Melzer referiert bei der Rechtsanwaltskammer (RAK) Hamm zum Thema „Amtshaftungsverfahren“ für Medizin- und Sozialrechtler

Falsche Auskünfte und Beratungen von Beamten (im haftungsrechtlichen Sinn) und erst recht Fehler bei Untersuchungen und Begutachtungen (z.B. im Auftrag von Sozialversicherungsträgern) sind immer wieder Gegenstand von „Amtshaftungsverfahren“, wenn die…
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27. Dezember 2018 in Medizinrecht, Vorträge & Medienpräsenz

Westfälisches Volksblatt: Arztfehler bei Geburt – Gericht spricht Kind 500.000,00 EUR Schmerzensgeld zu

Unterzuckerung nicht entdeckt - Mädchen geistig behindert Westfälisches Volksblatt, Artikel vom 27.12.2018 von Christian Althoff "Bad Driburg (WB). Nach einem zwölf Jahre dauernden Rechtsstreit hat das Oberlandesgericht Hamm einem geistig…
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27. Dezember 2017 in Medizinrecht, Rechtsprechung, Sozialrecht

OLG Hamm verurteilt Gynäkologen zu 500.000 EUR Schmerzensgeld

Westfälisches Volksblatt: Arztfehler bei Geburt - Gericht spricht Kind 500.000,00 EUR Schmerzensgeld zu Unterzuckerung nicht entdeckt - Mädchen geistig behindert Westfälisches Volksblatt, Artikel vom 27.12.2017 von Christian Althoff "Bad Driburg…
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Ihr Anwalt für Medizinrecht bei Pflegefehlern Wir vertreten Sie bei Behandlungsfehlern in der Pflege

Nikolaos Penteridis - Beratung im Medizinrecht

Weicht die Pflege einer Person vom Pflegestandard ab oder werden die Erkenntnisse der Pflegewissenschaft im Zeitpunkt der Vornahme der Pflege missachtet, dann liegt ein Pflegefehler vor, der nicht selten zu einer gesundheitlichen Schädigung (Körperverletzung oder Tod) des Patienten führt. Häufigste Fälle in der anwaltlichen Praxis von Pflegefehlern sind Dekubitalgeschwüre (auch bekannt als „Wundliegen“) und Exsikkose (Austrocknen). Pflegefehler sind oftmals auf eine mangelhafte Organisation (Wunddokumentation) und eine nicht nur vorübergehende personelle Unterbesetzung mit qualifizierten Mitarbeitern zurückzuführen.

Pflegefehler können nicht nur zu einer strafrechtlichen und/oder zivilrechtlichen Haftung der Pflegekraft, sondern auch und vor allem für die für die Organisation der Pflege Verantwortlichen führen. Die geschädigte Person kann unter Umständen Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen. Wir fordern die Pflegedokumentation an, prüfen, ob ein vermeidbarer Pflegefehler vorliegt und klären das weitere Vorgehen für Sie ab. Sprechen Sie uns an. Unsere Anwälte für Medizinrecht kümmern sich persönlich um Ihr Anliegen.

Nikolaos Penteridis - Beratung im Medizinrecht

Zahnheilkunde & Medizinrecht Ausschließliche Vertretung der Arztseite durch unsere Anwälte für Medizinrecht

Die Zahnheilkunde, befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich. Aber was, wenn Sie als Zahnarzt durch Forderungsansprüche aufgrund von Behandlungsfehlern oder einer fehlerhaften Aufklärung beschuldigt werden? Wir von Melzer Penteridis Kampe kümmern uns transparent und kalkulierbar um Ihr rechtliches Anliegen. Dabei übernehmen wir für Sie die außergerichtliche und gerichtliche Abwehr unrechtmäßiger Anspruchsforderungen. Profitieren Sie von langjähriger Erfahrung unserer qualifizierten und zertifizierten Fachanwälte für Medizinrecht und vertrauen Sie uns Ihren Fall an. Wir kämpfen für Ihr Recht.

Mehr zu Zahnmedizin, Prothetik, Oralchirurgie und Kieferorthopädie

Als Zahnstatus bezeichnet man die Erfassung des „Ist-Zustandes“ des Gebisses. Es werden also fehlende und ersetzte Zähne, Karies, vorhandene Füllungen, Zahnersatz einschließlich Inlays, Onlays, Implantate, Erkrankungen des Zahnfleisches und etwaige Fehlstellungen oder sonstige Erkrankungen dokumentiert. Zum Teil wird dies durch intra- oder extraorale Aufnahmen (z.B. Röntgen) ergänzt.

Im Vordergrund steht neben der Prävention (Vorbeugung) die Konservierung, also die Erhaltung eines Zahnes. Im Fall von Karies wird, die durch Bakterien infizierte und zerstörte Zahnsubstanz entfernt und den Zahn mit einer Füllung rekonstruiert. Die Endodontologie beschäftigt sich mit Erkrankungen, der Diagnostik und Therapie des Zahnmarkes (Pulpa). Die endodontische Behandlung ist besser bekannt als Wurzelbehandlung oder Wurzelkanalbehandlung.

Das funktionelle Verankerungssystem des Zahnes wird als Zahnhalteapparat (Parodontium) bezeichnet und besteht aus dem Zahnfleisch (Gingiva), dem Zahnzement, dem Zahnfach (Alveole) und der Wurzelhaut (Periodontium). Die häufigste Form der Erkrankung des Zahnhalteapparates ist die Parodontitis. Vereinfacht ausgedrückt kommt es zu einer Vertiefung der Zahnfleischtaschen, wodurch sich das Zahnfach zurückbildet und die Zahnwurzel an Halt verliert, was durch Zahnbelag (Plaque), Rauchen und Diabetes begünstigt werden kann.

Die Prothetik beschäftigt sich mit dem Ersatz von fehlenden oder erst gar nicht angelegten Zähnen (Hypotontie). Man unterscheidet festsitzenden Zahnersatz (Brücken, Zahnkronen, Teilkronen, Implantate und Veneers) von herausnehmbarer Teil- oder Totalprothesen. Häufig wird eine Kombination durchgeführt, z.B. eine Krone auf einem natürlichen Zahn oder eine Krone auf einem Implantat.

Zur Oralchirurgie gehören vor allem operative Zahnentfernungen (Zahnextraktionen), die chirurgische Endodontie (Wurzelspitzenresektionen) und das Einbringen von Implantaten. Die Wurzelspitzenresektion (WSR) ist eine Entfernung (Resektion) der Wurzelspitze (Apex) eines Zahnes, wenn es zu einer resorbierenden apikalen Parodontitis (Aufhellung an der Wurzelspitze) kommt, nach einer endodontischen Behandlung kein Heilungserfolg erzielt werden konnte oder eine alleinige konservative Therapie keine Erfolgsaussichten verspricht. Eine Wurzelspitzenresektion stellt häufig die letzte Möglichkeit für den Erhalt des Zahnes dar. Über die Möglichkeit (Risiko), dass es durch die Wurzelspitzenresektion zu einer Beschädigung von Nerven („taube Lippe“) kommen kann, ggf. die Kieferhöhle eröffnet werden muss, es zu einer Beschädigung von Nachbarzähnen, Verlust des Zahnes, Nachblutungen, Schwellungen und möglicherweise zu einem erneuten Auftreten der Probleme (Rezidiv) kommen kann, ist aufzuklären. Das gilt auch für Implantate.

Implantate dienen als Ersatz für die Zahnwurzel und müssen in den eingebrachten Knochen einheilen (Osseointegration), um darauf in einem zweiten Schritt (zweiphasige Versorgung) eine Krone oder herausnehmbaren Zahnersatz befestigen zu können.

Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Behebung von Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne.  Der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg (MKG-Chirurg) befasst sich verkürzt gesagt mit dem Kauen, Schlucken und Sprechen sowie der ästhetischen Widerherstellung bei Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen und Veränderungen der Zähne, der Mundhöhle, des Kiefers und des Gesichtes.

Siehe auch: