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Private Unfallversicherung

Die private Unfallversicherung ist ein Spezialprodukt unter den sogenannten Personenversicherungen. Sie werden von einem erfahrenen Team von Fachanwälten für Versicherungsrecht beraten und vertreten. Ihre Ansprechpartner für die bundesweite Beratung und Prozessvertretung sind:

Siehe auch:

 

Einführung: Private Unfallversicheung

Grundlagen

Der Versicherungsvertrag ist die wichtigste Rechtsgrundlage der privaten Unfallversicherung. Er allein begründet das Versicherungsvertragsverhältnis, das durch Angebot und Annahme zustandekommt, d.h. es besteht kein Kontrahierungszwang und der Vertragsgegenstand kann frei vereinbart werden. Das Versicherungsvertagsgesetz (VVG) gibt dabei den Rahmen vor, innerhalb dessen den Vertragsparteien Gestaltungsfreiheit eingeräumt wird (Vertragsfreiheit). Der Versicherer bedient sich dabei an einer Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen (Allgemeine Versicherungsbedingungen - AVB), die den Inhalt des Versicherungsvertrages ausgestalten und festgelegen, d.h. mit Vertragsschluss und bei Einbeziehung werden die AVB der eigentliche Gegenstand des Versicherungsvertrages. In der privaten Unfallversicherung bilden daher die Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) das Herzstück. Mehr lesen


Unterschiede zwischen der gesetzlichen und der privaten Unfallversicherung

Sozialversicherung vs. Personenversicherung

Steht das Unfallereignis im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit, dann spricht man von einem Arbeitsunfall. Diesem gleichgestellt ist ein Unfall auf dem Weg von oder zur Arbeit (Wegeunfall) sowie Berufskrankheiten. Es besteht dann Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung, die im SGB VII geregelt ist. Private Unfälle - in der Freizeit - stehen also nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Hier hilft nur der Abschluss einer privaten Unfallversicherung, die im Übrigen andersrum auch eingreift, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Selbständige und Freiberufler können sich - freiwillig - in der gesetzlichen Unfallversicherung versichern. Die Beiträge sind in der Regel gering. Davon wird aber nur selten Gebrauch gemacht, da oftmals der Eindruck vermittelt wird, dass eine private Unfallversicherung ausreichend sei. Die private Unfallversicherung kommt aber in der Regel - anders als die gesetzliche Unfallversicherung - z.B. nicht für die Heilbehandlungskosten auf. Oft wird auch verkannt, dass die private Unfallversicherung nicht für die Zeit der (unfallbedingten) Arbeitsunfähigkeit aufkommt (ggf. wurde ein Krankenhaustagegeld vereinbart) und auch nicht das Risiko einer möglichen Berufsunfähigkeit abdeckt. Der Beruf des Versicherungsnehmers spielt in der privaten Unfallversicherung keine Rolle, auch nicht für die Bemessung der unfallbedingten Schäden an der Gesundheit des Versicherten nach der Gliedertaxe oder außerhalb der Gliedertaxe. Mehr lesen


Allgemeine Unfallversicherungsbedingungen (AUB)

Die "Spielregeln"

Die Grundlage des privaten Versicherungsvertrages stellen die Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) dar. Sie bilden das "Herzstück" der privaten Unfallversicherung, man kann auch sagen, die AUB sind die "Spielregeln". Die ersten Versicherungsbedingungen für die Einzel-Unfallversicherung wurden im Jahre 1904 genehmigt. Das Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz - VVG) aus dem Jahr 1908, das Bestimmungen zur Unfallversicherung enthielt ohne den Unfallbegriff zu definieren, machte eine Überarbeitung der "Verbandsbedingungen" erforderlich. Eine tiefgreifende Änderung brauchte die Deregulierung im Jahre 1994, d.h. die von den Versicherern verwendeten Allgemeinen Versicherungsbedingungen unterliegen seitdem nicht mehr dem Erfordernis der staatlichen Genehmigung. Das zum 1.1.2008 in Kraft getretene (neue) Versicherungsvertragsgesetz (VVG 2008) erforderte eine umfassende und grundlegende Überarbeitung der Musterbedingungen. Die Systematik und der Aufbau der sodann vorgelegten AUB 2008 sind unverändert geblieben und entsprechen denen der AUB 99. Mehr lesen


Der Versicherungsfall

in der privaten Unfallversicherung

Voraussetzung ist, dass der Versicherungsfall eingetreten ist und kein Leistungsausschluss greift. Der Versicherungsfall in der privaten Unfallversicherung ist der "Unfall". Das Versicherungsvertragsgesetz hat in § 178 Abs. 2 Satz 1 VVG den Unfallbegriff erstmals gesetzlich definiert. Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. In aller Regel wird der Versicherungsschutz auf Fälle einer erhöhten Kraftanstrengung – also ohne plötzliche Einwirkung von außen – an Gliedmaßen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Kapseln oder Bänder zerreißen- erwitert. Daher spricht man in diesem Zusammenhang von einem "erweiterten Unfallbegriff". Die unfallbedingte Invalidität muss in aller Regel nach 12 Monaten ab Unfallereignis eingetreten und innerhalb von weiteren drei Monaten, also 15 Monate ab Unfalltag, ärztlich bescheinigt und der Anspruch beim Versicherer (schriftlich) geltend gemacht werden. Es können jedoch auch andere Fristen vereinbart werden. Mehr lesen


 Die "Gliedertaxe"

Bemessung des Dauerschadens

Die Bemessung der Invalidität geschieht nach der vertraglich vereinbarten Gliedertaxe, Vorläufer war die Knochentaxe der Piraten im 17. Jahrhundert, oder außerhalb der Gliedertaxe (z.B. bei Wirbelsäulenschäden oder Hirnverletzungen) entsprechend der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers. In der Gliedertaxe werden einzelnen Körperteilen bestimmte Werte für deren Verlust oder die vollständige Funktionsunfähigkeit festgelegt. Ohne Bedeutung ist daher, ob der Unfallverletzte z.B. Rechtshänder oder Linkshänder ist. Es kommt auch nicht darauf an, ob die versicherte Person Konzertpianist, Fußballprofi oder Chirurg ist. Auf den Beruf kommt es schlichtweg in der privaten Unfallversicherung nicht an. Möglich und sinnvoll ist in vielen Fällen aber die Vereinbarung einer "verbesserten" Gliedertaxe mit entsprechend höheren Prozentwerten (wie sie z.B. die Gliedertaxe für Heilberufe vorsieht). Mehr lesen 


Invaliditätsentschädigung und Unfallrente

Hauptleistungen der privaten Unfallversicherung

Die Kernleistung der privaten Unfallversicherung ist die finanzielle Absicherung im Falle einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit durch das Unfallereignis. Die Absicherung erfolgt in der Regel in Form einer einmaligen Kapitalzahlung (Invaliditätsentschädigung) oder als lebenslange Rente. Die private Unfallversicherung zahlt dem Versicherungsnehmer (VN) für die im Vertrag versicherte Person (Versicherter) bei Eintritt des Versicherungsfalls die vereinbarte Versicherungssumme (Invalidiätsentschädigung) und/oder, wenn vereinbart, eine lebenslange Unfallrente (in der Regel bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%). Die Bemessung der Invalidität, also des unfallbedingten Dauerschadens, erfolgt entweder nach der Gliedertaxe oder außerhalb der Gliedertaxe (z.B. bei Wirbelsäulenschäden oder Hirnverletzungen) nach der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers. Durch Progressionsvereinbarungen kann sichergestellt werden, dass die Höhe der Invaliditätsleistung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional ansteigt. Neben dem Invaliditätsrisiko können auch andere Unfallfolgen gegen Mehrprämie zusätzlich versichert werden. Mehr lesen


Gutachten von medizinischen Sachverständigen auf dem Gebiet der privaten Unfallversicherung

Oft und viel wird über die Frage gestritten, ob es "durch" das Unfallereignis zu einem Gesundheitsschaden gekommen ist, wie hoch dieser zu bewerten ist und ob "klinisch stumme" Vorschäden (degenerativer Verschleiß, vorbestehende Krankheiten oder Gebrechen, z.B. bei einem Riss der langen Bizepssehne, Schäden an der Rotatorenmanschette, eingesteifte Gelenke, Arthrose) den Unfall ausgelöst oder dabei mitgewirkt haben. Die Frage der Ursächlichkeit, der Kausalität zwischen Unfall und Gesundheitsbeeinträchtigung, ist vielfach entscheidend für das Bestehen von Leistungsansprüchen. Gutachten müssen gründlich ausgewertet und notfalls qualifiziert hintergfragt bzw. "angegriffen" werden. Denn wie kann ein Urteil überzeugen, wenn schon nicht das Gutachten überzeugt? Der Gegenseite oder dem Gericht muss also deutlich vor Augen geführt werden, ob und warum das Gutachten eine oder gerade keine tragfähige Entscheidung ermöglicht. Mehr lesen


Erstbemessung und Nachbemessung

"Richtiger Zeitpunkt" für die Bemessung der unfallbedingten Invalidität

Streng zu trennen ist die nach den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) vorzunehmende Erstbemessung der unfallbedingten Invalidität von der Nachbemessung des Invaliditätsgrades zum Ende des dritten Jahres ab Unfallereignis. Denn in die zweite Stufe, eufesetzung der Invalidität, gelangt man nur, wenn eine bedingungsgemäße Erstbemessung vorgenommen wurde und einer der Vertragspartner von seinem Recht auf Neubemessung Gebrauch gemacht hat. Der Teufel steckt wie so oft im Detail. Da hier sehr viel umstritten ist werden ebenso viele Fehler gemacht, die dann zum Streit führen. Mehr lesen 


Weiteres Vorgehen

Für eine erfolgversprechende Wahrnehmung der rechtlichen Interessen in einer Unfallsache aus dem Bereich der privaten Unfallversicherung benötigen wirkonk rete Angaben zum Unfallhergang: Wie und wo hat sich der Unfall genau ereignet? Die Frage ist von großer Bedeutung für die Prüfung, ob ein versichertes Unfallereignis vorliegt. Was steht in der Unfallanzeige? Liegt eine ärztliche Invaliditätsbescheinigung vor und wurden in den AUB vereinbarten Fristen eingehalten? Gibt es Arztbriefe, Atteste, Entlassungsschreiben und bildgebende Diagnostik (MRT-/CT-/Röntgenbilder) für den Erstkörperschaden und den Folgen? Mehr lesen


 

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