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Welche allgemeinen Risiken und Komplikationen haben Operationen?

Jeder operative Eingriff geht mit einem Risiko einher. Einen vollkommen risikofreien Eingriff gibt es leider nicht, da jede Operation mit einer Störung der normalen Körperfunktionen verbunden ist, und sei es "nur" durch die Narkose ("Anästhesierisiko").

Generell ist das Risiko bei jungen, gesunden Patienten und kleinen oberflächlichen Operationen (z.B. Entfernung einer Fettgewebsgeschwulst unmittelbar unter der Bauchhaut) am geringsten. Mit zunehmendem Alter, einer größeren Anzahl von Begleiterkrankungen (z.B. Herzmuskeldurchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit, Leberschaden o.ä.) nimmt das Risiko der Operation zu. Schließlich gehen größere Operationen, wie zum Beispiel die Entfernung der Speiseröhre oder der Bauchspeicheldrüse bei Krebserkrankungen, mit einer höheren Komplikationshäufigkeit einher. Einzelne Operationen haben eigene spezielle Risiken oder Komplikationsmöglichkeiten, die in den jeweiligen Organkapiteln besprochen werden. Darüber hinaus gibt es aber Risiken und Komplikationsmöglichkeiten, die bei jeder Operation eintreten können. Zu diesen generellen Risiken gehören unter anderen: die Blutung, die Wundinfektion, die Herz-Kreislaufstörungen, die Thrombose und Lungenembolie, die Lungenentzündung, die Blasenentzündung und die Schädigung von Nerven.

Blutung

Bei jeder Operation werden Blutgefäße eröffnet und vom Operateur mit elektrischem Strom, Ultraschall oder Laser verschweißt oder durch Gefäßnähte verschlossen. Diese Blutstillung wird mit größter Sorgfalt durchgeführt. Dennoch kann es bei jedem Eingriff nach Ende der Operation zu einer Nachblutung kommen. Die Nachblutung kann sofort nach der Operation auftreten, manchmal öffnen sich zunächst verschlossene Blutgefäße aber auch erst nach mehreren Tagen. Diese Nachblutung kann unbemerkt verlaufen, sie kann zu sichtbaren Blutergüssen führen oder bei größeren Blutverlusten eine Störung der Herz- und Kreislauffunktion verursachen. In seltenen Fällen ist daher die Gabe von Blutprodukten oder auch die erneute Eröffnung der Operationswunde und die erneute Blutstillung in einer zweiten Operation erforderlich. Das Risiko einer Blutung steigt mit zunehmender Ausdehnung der Operation, es kann aber auch durch Begleiterkrankungen wie Leberschäden oder Gerinnungsstörungen steigen.

Wundinfektion

Trotz aller Sorgfalt bei der Operation, strengster Hygienevorschriften im Operationssaal und der vorbeugenden Anwendung von Antibiotika können bei jeder Operation unbemerkt Bakterien in die Wunde oder eine eröffnete Körperhöhle gelangen und dort eine Infektion hervorrufen. Diese Infektion führt typischerweise zu Schmerzen, Rötung und Schwellung im Bereich der Wunde. Die Zeichen der Entzündung können oft auch im Blut festgestellt werden. Allerdings kann eine Infektion zunächst aber auch unbemerkt verlaufen, und erst durch den Austritt von Eiter aus der Wunde bemerkt werden. Die meisten Wundinfektionen sind Gott sei Dank nicht gefährlich, sie bedeuten aber für den Patienten eine erhebliche Belästigung und führen zu einer Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes. Wenn unter einer Wunde eine Entzündung mit einer Eiteransammlung vermutet wird, muss dieser Eiter abgelassen werden. Dies kann unter Umständen eine erneute Operation erfordern. Danach werden spezielle Verbände oder regelmäßige Wundspülungen und Verbände zur Behandlung eingesetzt.

Herz-Kreislaufstörungen

Jeder operative Eingriff stellt eine Belastung für die Herz- und Kreislauffunktion dar. Diese Belastung setzt sich aus der meist geringen Belastung durch die Narkose und die Belastung durch den operativen Eingriff zusammen. Bei einer kleinen Operation, wie der Versorgung eines Leistenbruchs in lokaler Betäubung, ist das Risiko einer Herz-Kreislaufstörung zum Beispiel sehr gering. Dagegen gehen größere Eingriffe, wie zum Beispiel der Ersatz der Bauchschlagader mit einer Unterbrechung des Blutstroms in die untere Körperhälfte mit einer wesentlich höheren Herz-Kreislaufbelastung einher. Auch wenn der Patient den unmittelbaren Eingriff zunächst gut überstanden hat, können die Belastungen der postoperativen Phase oder andere Komplikationen (z.B. größere Nachblutungen) zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Herz-Kreislauffunktion führen. Gefährdet sind erneut besonders ältere Patienten mit Vorerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, hohem Blutdruck o.ä.. Zur Vermeidung, frühzeitigen Erkennung und effektiven Behandlung einer Herz-Kreislaufstörung werden Patienten mit schweren Eingriffen oder mit wichtigen Begleiterkrankungen nach der Operation auf einer speziellen chirurgischen Intensivstation beobachtet und behandelt.

Lungenentzündung

Lungenentzündungen treten insbesondere nach Operationen in der Bauch- oder Brusthöhle auf. Sie werden aber auch bei älteren Patienten mit Knochenbrüchen (z.B. Oberschenkelhalsbruch) beobachtet. Ursache der Lungenentzündungen ist die flache Atmung und die fehlende Bewegung der Patienten nach größeren Operationen. Postoperative Schmerzen können die Atembewegungen des Brustkorbs stören und so die Entstehung von Lungenentzündungen fördern. Zur Vermeidung von Lungenentzündungen werden die Patienten nach einer Operation so rasch wie möglich aus dem Bett mobilisiert. Zudem werden vor und nach der Operation spezielle Atemübungen durchgeführt, mit denen die Entstehung von Lungenentzündungen vermieden werden können. Eine aufgetretene Lungenentzündung wird durch Mobilisation, Atemübungen, Inhalation und Antibiotika behandelt.

Blasenentzündung

Nach operativen Eingriffen im Unterbauch oder im Becken kann die Blasenfunktion gestört sein. Eine gestörte Blasenfunktion kann aber auch nach anderen Operationen auftreten. Gefährdet sind dabei vor allem Frauen und ältere Männer mit vorbestehenden Harnentleerungsstörungen. Zeichen der Blasenentzündung sind häufiges Lassen kleiner Urinmengen mit gleichzeitigem Brennen beim Wasserlassen. Behandelt werden Blasenentzündungen durch eine Steigerung der Flüssigkeitsaufname und Antibiotika.

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