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Allgemeine und spezielle Chirurgie, Neurochirurgie und Orthopädie

Die Chirurgie ist eine "schneidende Disziplin" und befasst sich als medizinisches Fachgebiet mit der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch Einwirkungen auf den Körper des Patienten, indem vereinfacht ausgedrückt verletzte Körperteile wieder zusammengefügt oder genäht, kranke Organe vollständig (Ektomie) oder teilweise (Resektion) entfernt, verstopfte Organsysteme wieder "durchgängig gemacht" oder neue Organe oder Prothesen implantiert werden. Weitere "operative Fächer" sind die Frauenheilkunde, Ophthalmologie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Dermatologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie und Urologie.

Visceralchirurgie

Die auch Abdominalchirurgie genannte Viszeralchirurgie umfasst die operative Behandlung der Bauchorgane ("Bauchchirurgie"), d.h. des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Milz. Weiterhin zählt die operative Behandlung der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sowie die Behandlung von Brüchen und die Transplantation von Bauchhöhlenorganen wie Leber, Niere, Pankreas und Dünndarm zur Viszeralchirurgie. Viszeralchirurgische Erkrankungen sind unter anderem akute Verletzungen, Tumore, Entzündungen und Fehlbildungen der genannten Organe.

Gefäßchirurgie

Die Gefäßchirurgie umfasst die konservative, endovaskuläre oder operative Behandlung der Blutgefäße, häufig durch Anlegen von Gefäßbypässen bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Protheseneinlage bei Aneurysmen. Zur Gefäßchirurgie gehört auch die operative Behandlung der das Gehirn versorgenden Gefäße bei Arteriosklerose zur Schlaganfallprophylaxe. Daneben werden in der Gefäßchirurgie Shunts angelegt. Diese bezeichnen eine Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene, über die dann eine Dialyse durchgeführt wird. Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer müssen die Fachärzte für Gefäßchirurgie auch "Operationen am Venensystem" beherrschen. Die Phlebologie befasst sich als Zusatz-Weiterbildung mit den Beinvenen.

Thoraxchirurgie

Die Thoraxchirurgie umfasst die Prävention und Diagnostik einschließlich der instrumentellen Untersuchungsverfahren sowie postoperative Behandlung chirurgischer Erkrankungen und Fehlbildungen der Lunge, der Pleura, des Bronchialsystems, des Mediastinums und der Thoraxwand, insbesondere im Rahmen der Tumorbehandlung. Sie erfolgt zumeist als Thorakotomie, also mit Eröffnung des Thorax. Immer mehr an Bedeutung gewinnen videoassistierte minimalinvasive Operationstechniken wie die Thorakoskopie: Sie ermöglichen minimale Hautschnitte, die ein deutlich reduziertes operatives Trauma im Vergleich zu offenen Operationen hervorrufen.

Herzchirurgie

Seit 1993 bildet die Herzchirurgie ein eigeneständiges Fachgebiet, das sich aus der allgemeinen Chirurgie mit dem Spezialgebiet Thorax- und Kardiovaskularchirurgie entwickelt hat. Die Herzchirurgie befasst sich mit der chirurgischen Behandlung von angeborenen und erworbenen Krankheiten und Verletzungen des Herzens und der herznahen Gefäße, so dass eine enge Verbindung zur Kardiologie und zur Gefäßchirurgie besteht.

Kinderchirurgie

Die Kinderchirurgie steht der Kinderheilkunde (Pädiatrie) sehr nah. Gleichwohl handelt es sich um ein eigenständiges Fach im Gebiet der Chirurgie, das die Diagnostik, operative und konservative Therapie wie Nachsorge von chirurgischen und urologischen Erkrankungen, Fehlbildungen, Organtumoren, Verletzungen und Unfallfolgen von Kindern umfasst.

Plastische und Ästhetische Chirurgie

Die plastische Chirurgie zielt darauf ab, die Körperform und sichtbar gestörte Körperfunktionen wiederherzustellen oder zu verbessern, sei es aus funktionalen oder ästethischen bzw. kosmetischen Gründen, z.B. Brustvergrößerung.

Rekonstruktive Chirurgie

Verlorengegangene Funktionen des Körpers oder Fehlbildungen werden "rekonstruiert", also nach Möglichkeit wiederhergestellt. Typische Operationen sind Defektdeckungen durch Gewebeverschiebungen oder -verpflanzungen, Nervenverpflanzungen oder Sehnenumlagerungen. Wesentliche Grundlage für diese Maßnahmen ist heutzutage die Mikrochirurgie; rekonstruktive Maßnahmen in der plastischen Chirurgie sind seit über 1500 Jahren bekannt.

Verbrennungschirurgie

Die Akut- und Intensivbehandlung von Verbrennungen werden in spezialisierten Verbrennungszentren durchgeführt. Dabei kommen vor allem Methoden der rekonstruktiven Chirurgie zum Einsatz.

Handchirurgie

Die Handchirurgie stellt ein fächerübergreifendes Spezialgebiet der plastischen Chirurgie, der Unfallchirurgie und Othopädie dar. Hier geht es vor allem um die Behandlung von Verletzungen, Fehlbildungen und Erkrankungen der Hand und des Unterarms.

Minimal-invasive Chirurgie ("Schlüssel-Loch-Operationen") und Mikrochirurgie

Endoskopische Eingriffe fanden in den 60-er Jahren Einzug in die Gynäkologie. In den 90-er Jahren entwickelte sich daraus die minimal-invasive Chirurgie. Dabei werden die Patienten mit Endoskopen operiert, die über Stichinzisionen eingeführt werden. Der Chirurg stellt das eigentliche Arbeitsfeld auf einem Bildschirm dar. Es wird also nur ein vergleichsweise kleiner Hautschnitt (Schlüsselloch) benötigt. Bei der Durchführung wird heute auf Video- oder Röntgentechnik zurückgegriffen. Wird mit stark vergrößernden Sehhilfen (Operationsmikroskop) gearbeitet, spricht man von Mikrochirurgie. Diese ermöglicht Schnitte und Nähte in sehr schwer zugänglichen Bereichen mit geringsten Abmessungen. Zum Einsatz kommt die Mikrochorurgie vor allem bei Eingriffen an kleinen Blutgefäßen, am Zentralnervensystem und bei peripheren Nerven, aber auch und vor allem in der Hals-Nasen-Ohren- und Augenchirurgie sowie in der Gynäkologie (z.B. bei Operationen an den Eileitern und den Eierstöcken).

Unfallchirurgie

Die Unfallchirurgie befasst sich mit den operativen und konservativen Verfahren zur Wiederherstellung und Erhaltung der durch Unfälle beschädigten Strukturen (Organsystem und Bewegungsapparat) des Menschen. Verletzungen betreffen in erster Linie den Bewegungsapparat (das Skelett, die Muskeln, Bänder und Sehnen), aber auch Bauch- und Brustorgane, sowie das Gehirn und das Rückenmark. Häufig geht es hier um Frakturen wie distale Radiusfraktur, Oberarmschaftfraktur, Oberschenkelhalsfraktur, pertrochantäre Femurfraktur und  Sprunggelenkfrakturen. Bei den Bandverletzungen stechen die Außenbandruptur des oberen Sprunggelenkes, die Kreuzbandruptur, die Seitenbandruptur des Daumens und Schultereckgelenksverletzungen (Rotatorenmanschette, lange Bizepssehne, Sprengung nach Tossy und Bändersprengungen) hervor.

Orthopädie

Die Orthopädie befasst sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Form- oder Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates (der Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen) sowie mit der Rehabilitation. Die operative Orthopädie deckt sich zum Teil mit der Unfallchirurgie. Mittlerweile gibt es einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Neurochirurgie 

Die Neurochirurgie wird streng genommen weder der Chirurgie noch der Neurologie zugerechnet. Bei der eigenständigen Neurochirurgie geht es um die Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und (Folgen von) Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems, einschließlich der entsprechenden Voruntersuchungen, konservativen Behandlungsverfahren und Rehabilitation.

 

 

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